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Miteinander an acht Orten

Die Freizeiten des Evangelischen Kinder- und Jugendbüros Nordfriesland haben auch dieses Jahr christliches Miteinander gelebt. Die Leitsprüche „Ein Platz für Dich, ein Platz für mich“ und „Gott will Originale, keine Kopien“ prägten alle acht Angebote, ob auf dem Fahrrad, dem Schiff, in Skovby oder Lettland.

Anna Lena Ihme, vom Niebüller EKJB-Büro aus verantwortlich, will sich nicht festlegen. Die vier Kinderfreizeiten in Skovby, die Kanu-Fahrt, die Fahrrad-Tour, der Klimasail-Törn oder der Besuch in Lettland: „Ich kann gar kein Highlight sagen.“ Stattdessen kann sie von den Gemeinsamkeiten aller Veranstaltungen berichten. Der inklusive Gedanke etwa hat an allen Orten gut funktioniert. Für beide Seiten – nicht nur für die beeinträchtigten Kinder – war eine gemeinsame Freizeit eine neue Erfahrung, die sie häufig noch nicht so erlebt hatten.

Die allgemeine Losung „du musst für dich entscheiden, was für dich geht“ konnte auch spontan auf auftretende Hürden reagieren. Wenn einer nicht mitspielen kann, erfindet man eben einen Schiri-Posten zum Spiel. So einfach und selbstverständlich haben viele Kinder reagiert. Herausragend ist hier die auch erboste Reaktion des Gruppenleiters Matz Klint, als in der internen Supervision das Wort Inklusionskind fiel: „Kannst du das mal weglassen? Nee, ich mag das Wort nicht.“ Seine Auslegung kennt keine Grenzen: „Dann wären ja alle Inklusionskinder!“ 

Diese Unmittelbarkeit, dieses Miteinander und solche gedanklichen Schlüsse müssen aber vorbereitet sein. Ohne das Engagement der 23 Jugendgruppenleiter wären die Freizeiten nicht durchführbar gewesen. Finja Belusa, Norbert Golomb, Danny Ivers, Jona Welle und Verena Winter waren für ihre Freizeiten sogar verantwortliche Anleiter. Doch alle haben ständig die Verantwortung für ihre Gruppen getragen, auch nachts haben Gruppenleiter nur bedingt frei. Ihre Leistung geht weit über „Kinder-Bespaßen“ hinaus. Denn Respekt und Achtsamkeit brauchen auch Rahmen. Mit kleinen Ritualen haben die Gruppenleiter das Miteinander verstärkt. Zum Tagesabschluss gab es kleine Andachten, es wurden Geschichten erzählt, auch gemeinsames Essen und Kochen gehört dazu, aber auch ganz einfach mal zuhören. Und diese kleinen Dinge wirken nach. Die Eltern der Teilnehmer erhalten im Nachhinein Fragebögen. „Klar gibt es immer Kritik“, sagt Anna Lena Ihme, „aber es gibt viele positive Rückmeldungen, wie etwa: es ist total toll, dass mein Kind auch mitfahren darf.“

Was auch wieder umfassend gilt. Der Ich-Für-Dich-Fonds etwa richtet sich an alle Eltern, die ihre Kinder aus finanziellen Gründen nicht anmelden können. Der Fonds bietet eine anonyme und unbürokratische Hilfe, um diese Hürde gemeinsam beiseite zu stellen.