Sie sind hier: Evangelisches Kinder- und Jugendbüro Nordfriesland

Fasten und bloggen

für eine bessere Welt. 7 Woche für eine klimafreundliche Welt fasten und gleichzeitig der Auftakt für den Blog: ekjbklima.wordpress.com

 

Was sagt die Presse dazu?

Kann das 40-tägige Fasten, die Passionszeit, genutzt werden, um eine klimafreundlichere und nachhaltigere Ernährungs- und Lebensweise auszuprobieren? Ja, sagen Jugendliche aus Nordfriesland und die Mitarbeiterinnen des Evangelischen Kinder- und Jugendbüros. „Klimafasten“ nennen sie ihre Aktion, in der sie etwa auf Fleisch oder Produkte mit Palmöl verzichten. Fasten sei kein verordneter Verzicht sondern eine individuelle Frage. Zur Teilnahme eingeladen sind alle, die Klimaschutz und sozial gerechten Handel berücksichtigen wollen. Und, so Anna Ihme, es gibt viele Möglichkeiten und die Unterstützung der Gruppe.

Die 6 Jugendlichen, die bisher dabei sind, haben sich bereits in andere Projekten des Evangelischen Kinder- und Jugendbüros mit Nachhaltigkeit, sozialer Gerechtigkeit und Klimawandel beschäftigt. Etwa bei der Teilnahme an der Klimasail im vergangenen Jahr. Das Wissen und die Ideen, die sie dabei gesammelt haben, wollen sie nun passend zur Passionszeit ausprobieren. Der-mit-der-weiten-Hose wird auf Palmöl verzichten, welches in Schokoriegeln ebenso wie in Tiefkühlprodukten enthalten ist. Palmöl lässt sich hervorragend verarbeiten und für viele Lebensmittel verwenden, dessen Anbau ist aktuell ein Hauptgrund für die Rodung der Regenwälder.

Die Vegetariern andererseits möchte nun eine vegane Ernährungsweise probieren. Der Lockenkopf wird Produkte von internationalen Lebensmittelkonzernen meiden, was bei den drei marktbestimmenden Konzernen besonders schwierig wird. Und die-mit-dem-Pferdeschwanz will ihr Konsumverhalten generell einschränken. Die nächsten Wochen wird sie sich keine T-Shirts im Ausverkauf holen und auch andere Angebote vermeiden. Ein billiger Preis kann auch ein Hinweis auf die Produktionsbedingungen sein. Hier will sich die Süderlügumerin nun selbst hinterfragen.

Anna Ihme wird nicht bei großen Handelsketten einkaufen. Was zunächst einfach klingt, wird auch eine Herausforderung: „In der Mittagspause schnell in den Supermarkt auf der anderen Straßenseite zu laufen, ist dann nicht mehr drin“.

Denn Fasten ist nichts, was man wie einen Markenartikel in der Öffentlichkeit präsentiert, Fasten ist eine Hinwendung zum inneren Glauben. Und damit eine persönliche, individuelle Frage. Ein bewußtes Abweichen von den ganz eigenen Gewohnheiten. Auch Martin Luther stellte für die Passionszeit und das Fasten die Gesinnung in den Vordergrund. So schrieb er im „Sermon von den guten Werken“ :

„Ich will jetzt davon schweigen, dass manche so fasten, dass sie sich dennoch vollsaufen; dass manche so reichlich mit Fischen und anderen Speisen fasten, dass sie mit Fleisch, Eiern und Butter dem Fasten viel näher kämen … Wenn nun jemand fände, dass auf Fische hin sich mehr Mutwillen regte in seinem Fleisch als auf Eier und Fleisch hin, so soll er Fleisch und nicht Eier essen.“ Mit anderen Worten: das Verzichtverhalten ist eine individuelle Übung und keine Verordnung, die für alle gleiche Gültigkeit besitzt.

Ob sie es denn durchhalten werden? „Es soll für eine Herausforderung sein, aber schon machbar. Jeder darf mitmachen und voll dabei sein. Und jeder so, wie es für ihn passt.“ Die Jugendlichen haben noch viele andere Ideen gesammelt und freuen sich über noch weitere Interessierte. Denn, so Ann-Kathrein, „es gibt 100.000 Möglichkeiten.“

Der Auftakt findet am 1. März um 16 Uhr im EKJB Niebüll statt. Pastorin Jutta Jessen-Thiessen wird dann die religiösen und spirituellen Faktoren vorstellen und erläutern. Alle Teilnehmer werden ihre Erfahrungen in einem Blog: ekjbklima.wordpress.com veröffentlichen. So können sie sich auch ohne Treffen quer durch Nordfriesland austauschen – und außerdem dokumentieren sie ihre Erfahrungen beim Wechsel zu einer nachhaltigen Ernährungsweise. Auch hier steht die Teilnahme allen offen.