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Führerschein fürs Leben

Die 8. Klasse ist ein guter Zeitpunkt, um sein Navi neu auszurichten und einen Führerschein zu machen. In diesem Alter ist man halb Kind, halb, jugendlich - und aus eigener Sicht auch schon ziemlich erwachsen

Der Führerschein wird übergeben

Der "Führerschein fürs Leben" wird Philip übergeben

Führerschein fürs Leben

Die 8. Klasse ist ein guter Zeitpunkt, um sein Navi neu auszurichten und einen Führerschein zu machen. In diesem Alter ist man halb Kind, halb, jugendlich - und aus eigener Sicht auch schon ziemlich erwachsen. Jeder Mensch „er-fährt“ diese Lebensphase intensiv, und da gibt es Sicherheit, sich selbst zu erkennen und auszuprobieren. Der viertägige Kurs „Führerschein fürs Leben“ bietet Selbstreflektionen und Selbstverortungen – am 16. März ertsmals auch an einer Förderschule, der Rungholtschule Husum.

Der Schwerpunkt des Förderzentrums ist die geistige Entwicklung. Doch auch hier sind die Schülerinnen und Schüler den typischen Verwerfungen des Erwachsen-Werdens ausgesetzt und auf der Suche nach dem eigenen Platz auf dieser Welt. Der Arbeitsbereich Schulkooperative Arbeit der Nordkirche bietet auf diese Phasen zugeschnittene Kurse unter dem Namen „TEO - Tage Ethischer Orientierung“. Kerstin Frerichs, die landesweit tätige Diakonin für TEO, Susanne Kunsmann vom Evangelischen Kinder- und Jugendbüro Nordfriesland und Yvonne Krüger, Pastorin in der Versöhnungskirchengemeinde Husum haben dieses Projekt nun erstmals „inklusiv“ angeboten. Die Klassenlehrerin der Achten, Helga Neumann, und die Schulleiterin Ellen Schwitters waren sofort bereit, sich an diesem Pilotprojekt zu beteiligen.

Jeweils 90 Minuten dauerte eine „Fahrstunde“, in denen verschiedene Ziele angefahren wurden: Ich, Du und Wir. Es ist hilfreich zu wissen, was man selber kann, was andere können, wo eigene und andere Grenzen liegen. Und auch, was einen auszeichnet.

„Es war toll, die anderen so kennen zu lernen“ freute sich die Klassen- und Schulsprecherin Lea. Die Schulleiterin Ellen Schwitters fasst diese Erfahrungen mit einer längerfristigen Perspektive zusammen: „Manchmal ist es im Leben auch nicht einfach. Dann ist es ganz ganz wichtig, dass ihr wisst, dass ihr stark seid.“

Zum Kennen Lernen hat die 8. der Rungholtschule ganz praktische Portraits gemalt. Auf Packpapier liegend haben sie gegenseitig ihre Umrisse nachgezeichnet und diese mit den Vorlieben und Eigenschaften beschrieben und bemalt, die sie auszeichnen. „Ich esse gerne“ steht dann da oder auch einfach nur „Hund“. Selbsterkenntnis muss nicht immer intellektuell sein, um zu wirken.

Anschließend haben die Schülerinnen und Schüler Landkarten und Wer-ist-wichtig-Tafeln erstellt. An wen können sie sich wenden, wenn sie in einer Sache Hilfe brauchen? Mit wem können sie zusammen arbeiten? Daraus können sie sich einen Kompass ableiten, ein Navi, das die Vorteile des Wortes „gemeinsam“ kennt. Und das hilft ihnen bei einem Fahrstil, der den eigenen Wert kennt und auch den der anderen schätzt.

Weil es sich um ein Pilotprojekt handelte, wurde der Abschluss nicht nur mit einem Frühstück im Lehrerzimmer und der Führerschein-Übergabe gefeiert sondern auch mit einem eigens für dieses Projekt komponiertem Lied. Miriam Buthmann, bekannt durch ihre Lieder auf den Kirchentagen, hat Melodie und Text zu „Führerschein fürs Leben“ geschrieben. Das Projekt TEO wendet sich generell an alle Schulen, um aus Schule und Kirche eine Synthese finden, die sich ethischen Fragestellungen widmen kann.